Heft 2, April 2001,
28 S., 21X14.8 cm, geheftet,
ISBN 3-933889-06-5,

vergriffen – Restexemplare bei der BGMG



Berliner Beiträge zur Missionsgeschichte:

Gunther Pakendorf:

Gustav Pakendorfs Jugend

Eine wahrhafte Geschichte

Gegenstand dieses Essays ist das im August 1995 vom Verfasser gefundene Tagebuch, das sein Großvater Gustav Pakendorf in der Ausbildungszeit als Missionar in Berlin führte und im Oktober 1895 mit der Ankunft im damaligen Kaffraria (Südafrika) abschloß.
Das Tagebuch wird einmal als Protokoll einer für angehende Missionare im 19. Jahrhundert durchaus nicht untypischen Selbstfindung und der Erstellung einer neuen gesellschaftlichen Identität im sozialen Aufstieg des Großvaters vom Sohn eines einfachen Arbeiters zum angesehenen Missionar in Afrika gelesen. Zum anderen wird die Geschichte - sowie der Prozeß des Schreibens und Lesens - als literarischer Vorgang gewertet, jedoch nicht aus ästhetischer Sicht, sondern unter Heranziehung erzählerischer Modelle aus der Literaturgeschichte sowie als kommunikativer Akt.
Zudem ist aber die Lebensgeschichte des jungen Mannes in einen größeren gesellschaftlichen Diskurs eingebettet, an dem letztlich auch der Enkel als Leser und Vermittler der Geschichte beteiligt ist.

The focal point of this essay is the diary found by the author in August 1995 that had been kept by his grandfather when he was a seminarist of the Berlin Mission Society a century before.
The diary ends with his arrival in Kaffraria (South Africa) in October 1895. The diary is read on the one hand as the record of the constitution of the self and the finding of a new social identity on the grandfather's way from a working class family in Europe to respectability and status in Africa - a progression not untypical of aspirant missionaries in the 19th century. On the other hand, both the story and the act of telling, and reading, are seen in literary terms, not from an aesthetic viewpoint but with reference to narrative models from literary history, as well as a communicative process.
At the same time the story of the young man is embedded in a broader social discourse of which his grandson is also part, as reader and mediator of the story.




Gunther Pakendorf:
Geboren 1944 als Missionarssohn in Middelburg, Südafrika.
Studium der Germanistik in Johannesburg, Studienaufenthalt in Stuttgart, Promotion in Kapstadt.
Lehraufträge an den Universitäten Witwatersrand und Kapstadt. Regelmäßige Forschungsaufenthalte in Deutschland.
Gründungsmitglied der BGMG.
Zur Zeit Associate Professor im Department of Modern and Classical Languages der Universität Kapstadt
und Leiter der Forschungsgruppe "Mission und Moderne" der National Research Foundation in Südafrika.